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Mondphase


Zunehmender Mond
Zunehmender Mond

Mondzeichen: Krebs (Cancer)
Mondalter: 4 Tag/e

Deutschland – Weltmacht im Wartestand?

»…. Die Bundeswehr ist von einer “Verteidigungsarmee” zur “Armee im Einsatz” geworden. Das Ziel ist, Deutschland wieder als Weltmacht zu etablieren und im Kampf um Rohstoffe, Marktzugänge und Handelswege ganz vorne mit dabei zu sein. Sagt Jürgen Wagner, das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Tübinger Informationsstelle Militarisierung im Gespräch mit Jens Wernicke…

dwaffenGeld(We) : Mitte November veranstalten Sie in Tübingen den Kongress “Deutschland: Wi(e)der die Großmacht!“…

(Wa) Der Titel bezieht sich auf den seit Anfang 2014 von den deutschen Eliten – insbesondere von Bundespräsident Joachim Gauck – hinausposaunten Anspruch, eine ambitioniertere globale Rolle spielen zu wollen. Dabei wollen wir klarstellen, dass dieser Paradigmenwechsel in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik von langer Hand geplant war: […]

(Wa) Natürlich orientiert sich diese Kritik grundsätzlich an dem, was offiziell vorgeblich erreicht werden soll. Der Schutz von Menschenrechten muss ja nahezu überall als Legitimation für Militäreinsätze herhalten. Es ist richtig, die Regierung an der Erreichung beziehungsweise Nichterreichung ihrer vorgeschobenen Argumente zu messen: Dies öffnet den Blick dafür, dass es bei der ganzen Übung nicht um hehre humanistische Ziele geht, sondern um blanke Großmachtpolitik, […]

Die Propaganda der Eliten als Lüge zu entlarven ist die notwendige Voraussetzung für eine dringend erforderliche fundamentale Grundsatzkritik der hiesigen Kriegspolitik. […]

Schaut man sich das Papier “Neue Macht, neue Verantwortung”, das als Verständigungsgrundlage und Elitenkonsens für die künftige deutsche Außen- und Sicherheitspolitik fungiert, einmal genauer an, so springt einem daraus ein recht nassforsch formulierter – militärisch unterfütterter – Weltmachtanspruch auf nahezu jeder Seite entgegen. Da wird etwa kritisiert, Deutschland sei derzeit nur “Weltmacht im Wartestand”, werde künftig jedoch mehr “führen müssen”. Genauso werde Deutschland “eigene Interessen und Werte deutlich(er) artikulieren müssen”, dies erfordere jedoch zwingend “mehr militärischen Einsatz und mehr politische Führung.”

Im Klartext: Wer nicht mitkämpft, hat auf dem internationalen Parkett auch nichts mitzureden. Und: Die Interessen der Eliten werden immer als “unsere” ausgegeben, kodiert und propagandistisch kommuniziert. Was neu ist, sind vor allem die Vehemenz und Aggressivität, mit welchen derlei Interessen zurzeit angegangen und umgesetzt werden, um – die Eliten würden sagen: endlich! – Deutschlands weltpolitischen Aufstieg zu ermöglichen. Dabei sollte man sich von der ganzen Verantwortungsrhetorik, die uns als Bürgern entgegenkommt, auf keinen Fall Sand in die Augen streuen lassen. Sie ist lediglich dazu da, den machtpolitischen Kern des eigentlichen Handelns zu verdecken, die wahren Interessen also zu verschleiern…”

Quelle: kontextwochenzeitung.de