Artikel-Schlagworte: „Medien“
- Sparpaket: Justizminister fürchtet Klagewelle
- Sarrazin muss wegen Volksverhetzung vor Gericht
- Werla: 1-Euro-Jobber buddeln, schleppen und zeichnen für Archäologie-Park
- Zwangsräumungen: An den Rand der Stadt verdrängt
- Arbeitslose müssen sich Urlaub von der Arbeitsagentur genehmigen lassen
Soziales:
Politik:
- Kommunale Haushalte in der Krise: Demnächst ist das Tafelsilber dran
- Koalition bittet zur Kasse
- Datenschutz: Umstrittenes SWIFT-Abkommen steht vor Verabschiedung
- Gesundheitsreform: Weniger Netto vom Brutto
- Zum Tod von Fritz Teufel: Clown mit Schrotflinte
Ausland:
- USA: Acht Millionen Jobs vernichtet
- Frankreich: “Die Oberschicht ist die einzige Klasse, die noch wirklich kollektiv und solidarisch funktioniert”
Arbeitsmarkt:
- 8,6 Millionen Deutsche würden gerne mehr arbeiten
- Post-Stammtisch kritisiert Lohndumping und Pseudogewerkschaften
- Aushilfsjob für Hartz-IV-Bezieher
Medien:
- Viele Sender – aber nur wenige werden genutzt
- Umstellung der TV-Gebühr kostet Millionen
- RTL-Vermarkter sucht neue Zielgruppe
Diskussion:
- Streitgespräch: Sollen sich Tafelläden politisch engagieren?
- Rechtsstaat: Deutsche Sozialgerichte pflegen die Kunst des Jammerns
- Elterngeld: Wie Familienministerin Schröder Hartz-IV-Familien ausgrenzt
TV-TIP:
- TV-Sendungen zum Thema Hartz-IV, ALG2, Soziales (Teleboy.ch)
Umblättern:
- Meldungen vom 7. Juli 2010, darin:
Ausgetrickst: Ramsauer spart Wohngeld auf von der Leyen’s Kosten – Arbeitsförderung wird gekürzt – Auch Arme haben Rechtsansprüche – Kinderschutzbund kritisiert Hartz-IV-Sätze – Ärger, Umzug und dann noch Hartz IV gestrichen – Inkassounternehmen: Geld eintreiben für die Stadtkasse – Ausschlussverfahren: Tage der Flensburger Tafel gezählt? – Bessere Vergütung für Hebammen – Auslandsstudium kann Kindergeld gefährden – Ferienjobs sind sozialversicherungsfrei und mehr… - Meldungen vom 9. Juli 2010, darin:
Randale im Sozialamt: 25-Jährige greift Mitarbeiter an – Oder-Hochwasser: Langzeitarbeitslose beseitigen die Schäden der Frühjahrsflut – Von der Leyen startet “Bürgerarbeit” – DGB-Studie: Trotz Aufschwung mehr Hartz-Aufstocker – Gutscheine statt Hartz IV-Erhöhungen – Arbeitsministerin kürzt Eingliederungsmaßnahmen – In der Politik ist die Lüge Programm – Korruption zum Anfassen – Wenn das Handy heimlich sendet – Bußgeldverfahren gegen Facebook – Hartz IV »light« in Wien beschlossen und mehr…
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Sparpaket: Justizminister fürchtet Klagewelle
»Mainz. Der rheinland-pfälzische Justizminister Heinz Georg Bamberger (SPD) befürchtet, dass durch das von der Bundesregierung geplante Sparpaket die Sozialgerichte mehr belastet werden.
Wenn Schwarz-Gelb in Berlin nun Rentenbeiträge, Übergangszuschläge und das Elterngeld für Empfänger des Arbeitslosengelds II streiche, dann werde dies zur Folge haben, dass “die Gerichte mehr beansprucht” werden, prognostizierte Bamberger im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Dies sei in der Regel immer so lange der Fall, bis ein durch die Instanzen geklagtes Thema abschließend vor dem Bundessozialgericht behandelt wurde.« Quelle: 7.7.2010, Artikel bei Franfurter Rundschau lesen…
Sarrazin muss wegen Volksverhetzung vor Gericht
»Berlin. Gleich mehrere Anzeigen wegen Volksverhetzung sind bei der Staatsanwaltschaft eingelangt. Sie richten sich gegen niemand Geringeren als Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. Der ehemalige Berliner Finanzsenator und jetzige Banker hatte Mitte Juni erklärt, dass die Deutschen durch die Zuwanderung aus der Türkei, dem Nahen und Fernen Osten sowie aus Afrika “auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer” würden.
Es gebe “eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz”. Bereits Monate zuvor wurde er in einem Interview mit “lettre international” deutlich: “Je niedriger die Schicht, desto höher die Geburtenrate. Die Araber und die Türken haben einen zwei bis drei Mal höheren Anteil an Geburten, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht.” Und er ergänzte, die Türken würden Deutschland genauso “erobern”, wie die Kosovaren den Kosovo erobert haben – durch eine höhere Geburtenrate…« Quelle: 7.7.2010, Artikel bei wienerzeitung.at lesen…
Werla: 1-Euro-Jobber buddeln, schleppen und zeichnen für den Archäologie-Park
»Bernd Probst kratzt mit der Maurerkelle zwischen alten Steinen. Der Börßumer kniet auf dem Boden und legt ganz vorsichtig Fundamentreste frei: das Tor der inneren Vorburg der einstigen Kaiserpfalz Werla.
Probst mag seinen Job, doch Archäologie hat er nicht studiert. Der Grabungshelfer gehört zu einer sechsköpfigen Gruppe von Ein-Euro-Jobbern, die auf dem Gelände bei Werlaburgdorf Geschichte ausbuddeln. Für die Gruppe ist die Werla mehr als eine Gelegenheit, um Hartz IV aufzubessern. “Vorher kannte ich die Werla noch nicht. Das Arbeiten hier macht mir richtig Spaß. Jeden Tag ist etwas anderes zu tun”, sagt etwa der Groß Denkter Anton Stepke. Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert ist sicher: “Ohne unsere Helfer hätte es die Werla in dieser Form nicht gegeben.” Das kann Grabungsleiter Dr. Markus Blaich nur bestätigen. Er weiß genau, wie die Männer zuweilen schuften, wenn sie Sand und Kies in der Fläche ausbringen: Denn Blaich hat alle Kräfte persönlich angelernt. Jeweils sechs Monate werden die Langzeitarbeitslosen auf dem Oker-Plateau eingesetzt. “Eine Verlängerung ist möglich”, sagt er….« Quelle: 7.7.2010, Artikel bei newsclick.de lesen…
Zwangsräumungen: An den Rand der Stadt verdrängt
»Zwangsräumungen dürfte es eigentlich gar nicht geben. Es gibt sie aber doch, wie der Fall eines toten 55-jährigen Mieters aus Wedding schmerzhaft ins Gedächtnis ruft. Dabei genießt doch jede und jeder das Recht, bei Bedürftigkeit vom Amt eine Wohnung bezahlt zu bekommen, wenn deren Miete angemessen ist.
So weit die Theorie. Die Wirklichkeit sieht dagegen oftmals anders aus. Denn für viele ALG-II-Empfänger dreht sich die Armutsspirale erst langsam, um sich dann ungeahnt zu beschleunigen: Erst geht der Job verloren, dann die Wohnung, weil sich die über den festgelegten Werten gelegene Miete vom schmalen Hartz-IV-Regelsatz nicht aufstocken lässt. Und der Vermieter dann nach drei Monaten einen Räumungstitel erwirken kann.
Selbst wer versucht, eine günstigere Wohnung zu finden, erhält nicht automatisch die Zustimmung des Jobcenters, das einen Umzug erst einmal befürworten muss. Angesichts des äußerst knappen günstigen Wohnraums bleibt letztlich nur der Wegzug aus den Innenstadtbezirken an die Peripherie. Die Folge ist soziale Segregation. Verdrängung der Armen an den Rand. Noch so eine Sache, die es aus Sicht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin gar nicht geben soll.« Quelle: 7.7.2010, Artikel lesen bei neues-deutschland.de…
Arbeitslose müssen sich Urlaub von der Arbeitsagentur genehmigen lassen
»Maximal drei Wochen Urlaub / Jahr – Ohne Absprache können Leistungen gestrichen werden
Zu Beginn der Sommerferien stellt sich für viele Arbeitslose die Frage, ob sie in Urlaub fahren dürfen. Hierfür gibt es eine klare gesetzliche Regelung, auf die die Agentur für Arbeit jetzt hinwies: Arbeitslose können – unter weiterem Bezug von Arbeitslosengeld I für maximal drei Wochen im Kalenderjahr – in Urlaub fahren. Allerdings wird die Reise nur dann genehmigt, wenn in dieser Zeit keine Aussicht auf Vermittlung in Arbeit besteht, keine berufliche Bildungsmaßnahme vorgesehen und der Urlaub mit der Agentur für Arbeit vor Beginn der Reise abgestimmt ist.
Bei einem längeren, aber genehmigten Urlaub, gibt es ab Beginn der vierten Woche keine Leistungen mehr von der Agentur für Arbeit. Bei einer Ortsabwesenheit von mehr als sechs Wochen im Jahr wird die Zahlung bereits ab dem ersten Urlaubstag eingestellt. Arbeitslosen, die ohne vorherige Absprache verreisen, wird die Zahlung von Arbeitslosengeld für die Dauer der Abwesenheit versagt und bereits ausgezahlte Leistungen zurück gefordert. Auch wird der Krankenversicherungsschutz unterbrochen. Diese Regelungen gelten nicht nur für Urlaubsreisen. Jede Ortsabwesenheit – unabhängig vom Grund – muss der Arbeitsagentur vorher angezeigt werden.« Quelle: 7.7.2010, a) Artikel lesen bei nw-news.de…, b) “Merkblatt für Arbeitslose”, Bundesagentur für Arbeit – PDF download…
Soziales:
Krankenversicherung: Regierung will privat versicherte Alg-II-Bezieher entlasten
»Die Bundesregierung will die Gesetzeslage ändern, nach der privat krankenversicherte Hartz-IV-Empfänger mehr als die Hälfte des Alg-II-Regelsatzes für ihre Krankenversicherung aufwenden müssen, ohne dass sie dafür einen Zuschuss erhalten oder in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln können. Das steht in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Linken vom 24. Juni, die jetzt veröffentlicht wurde.
Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen hält diese Regelung schlicht für verfassungswidrig: Privat Krankenversicherte, die in Hartz IV abrutschen, dürfen nicht in die gesetzliche Krankenversicherung zurück, bekommen aber von der Arbeitsagentur nur soviel Zuschuss zu ihren Versicherungsprämien, wie eine gesetzliche Krankenversicherung kosten würde. Konkret müssen sie derzeit 183,09 € im Monat aus eigener Tasche für ihre Krankenversicherung aufbringen – das ist mehr als die Hälfte der Grundsicherung, die sie von der Arbeitsagentur bekommen. Nachdem ein Gesetzentwurf der Linken, der dieses Ärgernis ändern sollte, bereits in der letzten Legislaturperiode von den vier übrigen Bundestagsfraktionen abgelehnt worden war, hat nun die Bundesregierung eine schnelle Änderung angekündigt.
In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken erklärt die Bundesregierung, sie sehe hier “Handlungsbedarf”. Es würden bereits Gespräche “sowohl auf Fachebene als auch auf politischer Ebene” geführt, um “so zügig wie möglich” einen “konsensfähigen Lösungsvorschlag” zu entwickeln, heißt es in der Drucksache. Grundsätzlich sieht die Regierung hierfür drei Möglichkeiten, nämlich
* den Beitrag von Alg-II-Beziehern zur privaten Krankenversicherung auf den Beitrag zu begrenzen, den die Arbeitsagentur auch für gesetzlich Krankenversicherte zahlt,
* den Betroffenen wieder den Weg in die gesetzliche Krnakenversicherung zu öffnen oder
* die Arbeitsagenturen zur Übernahme der vollen Versicherungsprämie zu verpflichten.
Welche dieser Möglichkeiten sie bevorzugt, darüber machte die Regierung keine Aussage. Allerdings forderte sie die privaten Krankenversicherer auf, bis zu einer gesetzlichen Neuregelung “auf die Durchsetzung von Forderungen zu verzichten”. Nach ihren Angaben beziehen derzeit mehr als 25.000 privat Krankenversicherte Arbeitslosengeld II – Ende 2008 waren es noch weniger als 10.000.« Quelle: 7.7.2010, PM Mediafon (ver.di) lesen…
Politik:
Kommunale Haushalte in der Krise: Demnächst ist das Tafelsilber dran
»Schwimmbädern und Theatern droht die Schließung. Straßen werden notdürftig geflickt. Gebühren und Beiträge für kommunale Dienstleistungen steigen. Den Kommunen droht die Pleite – bundesweit.
Schon sehr früh hat die DGB-Region Köln-Bonn mit ihren Stellungnahmen zu den Haushalten der Städte Köln, Bonn und Leverkusen auf diese Situation aufmerksam gemacht und Vorschläge für die Bewältigung der kommunalen Finanzkrise gemacht. Ein Interview mit dem Köln-Bonner DGB-Chef Andreas Kossiski.« Quelle: 7.7.2010, Artikel von Sigrid Wolf lesen bei Neue Rheinische Zeitung…
Koalition bittet zur Kasse
»Insgesamt 307,4 Milliarden Euro will der Bund im kommenden Jahr ausgeben. So sieht es der Haushaltsplan 2011 von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor, den das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen hat. Das sind vier Prozent weniger, als für das laufende Jahr veranschlagt sind.
Damit würde die Vorgabe zur Verringerung des Defizits aufgrund der im Grundgesetz verankerten »Schuldenbremse« eingehalten. Für 2010 rechnet die Regierung noch mit Ausgaben von 319,5 Milliarden Euro. Doch trotz der Einsparungen wird auch im nächsten Etat ein Loch von 57,5 Milliarden Euro klaffen. Das ist zwar deutlich kleiner als in diesem Jahr, in dem der Bund ein Rekorddefizit von voraussichtlich über 80 Milliarden hinnehmen muß, doch von einem ausgeglichenen Haushalt ist die Regierung aus CDU/CSU und FDP weit entfernt. Denn der Bund rechnet 2011 nur mit Steuereinnahmen von 221,8 Milliarden Euro, dazu kommen noch sonstige Zuflüsse von 28,1 Milliarden Euro – in jedem Fall zu wenig, um die Ausgaben zu finanzieren.« Quelle: 7.7.2010, Artikel lesen bei jungewelt.de…
Datenschutz: Umstrittenes SWIFT-Abkommen steht vor Verabschiedung
»Das umstrittene SWIFT-Abkommen zur Übermittlung von Bankkunden-Daten an die USA wird höchstwahrscheinlich wie geplant am 1. August in Kraft treten. Im Europaparlament wurde dem SWIFT-Abkommen, trotz Bedenken von Datenschützern, weitgehend zugestimmt.
Trotz Bedenken von Datenschützern wird das umstrittene Abkommen zur Übermittlung von Bankkunden-Daten an die USA aller Wahrscheinlichkeit nach wie geplant am 1. August in Kraft treten können. Im Europaparlament billigten am Dienstag Vertreter der großen Fraktionen die Übereinkunft, die den USA im Rahmen des Anti-Terror-Kampfes den Zugriff auf Millionen von Daten europäischer Bankkunden sichern soll.« Quelle: 7.7.2010, Artikel lesen bei focus.de…
Gesundheitsreform: Weniger Netto vom Brutto
»Mehr Netto vom Brutto hatte die FDP ihren Wählern versprochen. Doch die geplante Gesundheitsreform und der Anstieg der Arbeitslosenbeiträge führen nun zum Gegenteil.
Im Herbst 2009, zu Beginn der Wahlperiode, verkündeten CDU, CSU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag noch vollmundig: „Wir werden dafür sorgen, dass sich Arbeit lohnt, dass den Bürgern mehr Netto vom Bruttoeinkommen bleibt.“ Ein dreiviertel Jahr später haben die Koalitionspartner angesichts der desaströsen Haushaltslage nicht nur das Versprechen kassiert, die Steuern zu senken. Sie planen nun auch eine deutliche Erhöhung der Krankenkassenbeiträge im Jahr 2011.« Quelle: 7.7.2010, Artikel lesen bei zeit.de…
Zum Tod von Fritz Teufel: Clown mit Schrotflinte
Fritz Teufel war der Spaßguerillero der 68er-Bewegung. Als Mitglied der Kommune 1 machte er die Rebellion zum Happening. Später geriet er in den Sog der Gewalt.
Umgangsformen waren das Thema, gutes Benehmen. Was er denn davon halte, wollte die Moderatorin vom Gast Fritz Teufel wissen, im Februar 1982, in der Talkshow “Drei nach Neun”. Mit am Tisch saßen ein Tanzlehrer, der Sänger Abi Ofarim und der Finanzminister Hans Matthöfer, die übliche gemischte Runde, zu deren Farbigkeit eben auch ein ehemaliger Politclown, ehemaliger Terrorverdächtiger, ehemaliger Häftling beitragen sollte. Zuerst einmal sollte aber geklärt werden, wie er, der doch den Staat ablehnt, es mit seinem Gewissen vereinbaren könne, dass er Arbeitslosengeld erhält. Murren im Publikum. “Er hat gearbeitet, jawohl!”, warf die Moderatorin ein, er habe sich den Anspruch auf das Geld verdient.
Teufel, mit moderatem Vollbart, gelichtetem Haupthaar und großen, runden Brillengläsern sagte, es interessiere ihn wenig, “was man mit Servietten macht und dergleichen”. Wichtiger sei Zärtlichkeit, und “wer sich anpasst, der kann eigentlich nicht zärtlich sein, das ist meine Erfahrung”. Und sogleich demonstrierte er, was er unter Unangepasstheit verstand. “Ich möchte gern mal ’nen Bundesminister nass machen”, sagte er mit Blick auf Matthöfer, zückte eine kleine Wasserpistole und bespritzte den gegenüber sitzenden Minister. Verärgert, aber nicht wehrlos ergriff der Minister sein Rotweinglas und schickte ein paar Weintropfen in Richtung Teufel. Gelächter, Applaus – und Weiterplaudern. So ging das damals…Quelle: 7.7.2010, Nachruf lesen bei zeit.de…
Ausland:
USA: Acht Millionen Jobs vernichtet
»Die US-Wirtschaft schrumpft wieder. Besonders düster sieht es auf dem Arbeitsmarkt aus.
Nobelpreisgewinner Paul Krugman sieht eine Depression wie in den Dreissigerjahren voraus und verlangt massive staatliche Ankurbelungsprogramme. In den USA ist ein Totalkollaps zwar nicht in Sicht, doch warnen Ökonomen vor einer deutlichen Abkühlung und einem schwierigen Jahr 2011. Am meisten Kopfzerbrechen bereitet Präsident Obama der Arbeitsmarkt: Seit Beginn der Rezession gingen über acht Millionen Stellen verloren; und US-Firmen schaffen trotz den Milliardenzuschüssen der Regierung viel zu wenige Jobs, um allein das Bevölkerungswachstum aufzufangen.
Die ungewöhnlich labile Lage wird noch verschärft durch die Banken. Sie halten sich derart stark mit der Vergabe von Krediten zurück, dass führende Detailhändler einzuspringen beginnen. So bietet Sam’s Club, eine Filiale des weltgrössten Detaillisten Wal-Mart, seit dieser Woche Kleinkredite von 5000 bis 25’000 Dollar zu günstigen Bedingungen an, um die Nachfrage anzukurbeln. Das Unternehmen begründet den Einstieg ins Kreditgeschäft damit, dass sich ein Drittel aller Kunden – überwiegend kleine und mittelgrosse Firmen – nicht mehr mit den betriebsnotwendigen Mitteln eindecken könnten. Ein Sechstel der Unternehmer erhält keine Bankkredite mehr. Auch drei andere Detailhandelsketten – Target, Staples und Office Depot – warten mit Sonderaktionen auf und offerieren einzelne Produkte zum symbolischen Preis von einem Cent. Die gedrückte Konsumlaune spiegelt sich in einer für das Land ungewöhnlich hohen Sparquote von über 4 Prozent….« Quelle: 7.7.2010, Artikel lesen bei bazonline.ch
Frankreich: “Die Oberschicht ist die einzige Klasse, die noch wirklich kollektiv und solidarisch funktioniert”
»Bling-Bling: allzu schrille Beziehungen zwischen der politischen Klasse und den alten wie neureichen Familien in Frankreich – ein Räderwerk, das eigentlich im Verborgenen arbeitet
Mit dem Einzug von Nicolas Sarkozy in den Präsidenten-Palast wurde in Frankreich ein neues kennzeichnendes Schlagwort gefunden: “Bling-Bling”. Es steht nicht nur für das Funkeln der Rolex am Handgelenk des neuen Mannes im Elysée, die der Präsidentschaftskandidat gelegentlich liebevoll erwähnt hatte, sondern für eine neue politische Kultur, in der gute Verbindungen zu höheren und reichen Kreisen offen zur Schau gestellt wurden. Glamour, zuvor Monopol von Lebemännern, wenigen illustren Geschäftsmännern (“Tycoons”) und der schillernden Bohème, strahlte nun auch vom photoshop- und fitnessathletikgeschönten Körper des neuen Präsidenten, der sich den Paparrazzis auf Yachten seiner betuchten Freunde und an anderen Orten des schönen, reichen Lebens präsentierte…« Quelle: 7.7.2010, Artikel von Thomas Pany bei telepolis (heise.de) lesen…
Arbeitsmarkt:
8,6 Millionen Deutsche würden gerne mehr arbeiten
»Vermutlich verdient ein guter Teil des “ungenutzten Arbeitskräftepotenzials” schlicht zu wenig
Erstaunlich viele Menschen in Deutschland wollen mehr arbeiten, als sie können. Nach dem Statistischen Bundesamt sehen sich 8,9 Millionen Menschen unterbeschäftigt, was allerdings meist auch heißt, dass mit Mehrarbeit oder, wie bei Erwerbslosen, überhaupt Arbeit auch mehr verdient werden soll. Das Bundesamt bezeichnet die Menschen, die mehr arbeiten wollen, aus welchen Gründen auch immer, als “ungenutztes Arbeitskräftepotenzial”. Die Frage wäre, ob bei ausreichendem Einkommen das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial auch so hoch wäre…« Quelle: 7.7.2010, Artikel bei t elepolis (heise.de) lesen…
Post-Stammtisch kritisiert Lohndumping und Pseudogewerkschaften
»Bei der Post gibt es noch gut ein Jahr eine Art ausgehandelten Waffenstillstand, dann beginnt das Hauen und Stechen, wenn es um Arbeitsbedingungen und Joberhalt geht. Aber schon jetzt geht es rund bei den ständig sich neugründenden (und manchmal ebenso schnell verschwindenden) Brief- und Paketdienstleistern.
Einige wurden als Billigdienstleister von der Post selbst etabliert. Lohndumping und skandalöse Zustände gehören fast schon zur Normalität in der Branche, in denen von Unternehmen bezahlte Pseudogewerkschaften eine traurige Rolle spielen. Selbst innerhalb der Post ist der Informationsfluß zwischen den Mitarbeitern verschiedener Bereiche und Niederlassungen schlecht und es gibt nahezu keine Kontakte zu den anderen Unternehmen der Branche. Deshalb gibt es in Kiel seit gut einem halben Jahr einen Poststammtisch für einen lockeren Austausch. Der nächste findet am 7.7. statt. Es gibt ein großes Interesse daran, diesen Austausch auch überregional zu ermöglichen. Bei chefduzen.de gibt es eine gesonderte Rubrik…« Quelle: 7.7.2010, Artikel bei chefdutzen.de lesen…
Aushilfsjob für Hartz-IV-Bezieher
»Eine Leserin der Thüringer Allgemeinen aus Gotha wollte ihre Haushaltskasse durch einen Nebenjob aufbessern – Fehlanzeige!
Die Frau schreibt:: “Die Müller-Filiale Gotha suchte fleißige Aushilfen für die Inventur. Ich bin Hartz-IV-Empfängerin, aber nur, weil ich nach dem Studium direkt in die Elternzeit bin. Ich bin weder faul noch dumm. Also meldete ich mich, denn ich dachte, so könnte ich mein Geld etwas aufbessern und meiner Tochter ein Geburtstagsgeschenk kaufen. Falsch gedacht! “Empfänger von Bezügen dürfen hier leider nicht arbeiten”, war die Aussage der Angestellten. Auf die Frage nach dem Warum gab es keine Antwort. Nur Studenten und Schüler bzw. Rentner erwünscht. Ich war enttäuscht und fühlte mich gedemütigt. Dabei möchte der Leiter wahrscheinlich nur dem Papierkram entgehen. Ich finde, das ist ein Skandal!”
Auf Anfrage der Zeitung erklärte Roland Steidl, Leiter Personalwesen der Müller-Zentrale im Ulm-Jungingen:
“Wir bedauern sehr, dass der Eindruck entstanden ist, die Firma Müller möchte keine Hartz-IV-Empfänger beschäftigen. Jedem Hartz-IV-Empfänger steht es jederzeit frei, sich in unseren Filialen als geringfügig Beschäftigte/r oder auf Steuerkartenbasis für eine dauerhafte Tätigkeit zu bewerben. Bezüglich der kurzfristigen Beschäftigung für einen Tag speziell für die Inventur ist es notwendig, dass der Bewerber für diesen Inventurtag die Kriterien für eine kurzfristige Beschäftigung erfüllt. Leider erfüllen Hartz-IV-Empfänger die gesetzlichen und sozialversicherungsrechtlichen Kriterien für eine kurzfristige Beschäftigung nicht. Die legt die Deutsche Rentenversicherung fest. Eine kurzfristige Beschäftigung i.S. des § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGBIV können Personen, die Arbeitslosengeld I oder II beziehen, schlichtweg nicht ausüben. Eine alternative Anstellung auf geringfügiger Basis für einen Tag scheidet ebenfalls aus, da an einem Tag laut Sozialversicherungsgesetz nur 13,33 Euro verdient werden dürfen.« Quelle: 7.7.2010, Leseranfrage errschienen bei thueringer-allgemeine.de
Medien:
Viele Sender – aber nur wenige werden genutzt
»Die Zahl der Fernsehsender hat in den vergangenen zehn Jahren dank neuer digitaler Übertragungstechniken deutlich zugenommen – trotzdem nutzen die Zuschauer nur wenige Sender. Das ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Studie („Relevant Set Sendervielfalt und Sendernutzung“) der SevenOne Media, der Vermarktungs- und Forschungstochter der ProSiebenSat.1-Gruppe.« Quelle: 7.7.2010, Artikel bei focus.de lesen…
Umstellung der TV-Gebühr kostet Millionen
»Die Umstellung von der Zahlung nach Reundfunkgeräte auf eine Haushaltsabgabe wird teuer. Nicht die öffentlich-rechtlichen Sender, sondern die unbeliebte GEZ soll dafür sparen.
Die Umstellung der Rundfunkgebühren auf die Haushaltsabgabe wird bei der GEZ zusätzliche Kosten von insgesamt 150 Mio. Euro verursachen. Dies erwarten ARD und ZDF. GEZ-Geschäftsführer Hans Buchholz muss diese Mehraufwendungen vor allem durch Einsparungen bei der IT und beim Personal ausgleichen. “Wenn wir nicht effizient sind, stehen wir auf dem Prüfstand”, sagte Buchholz der FTD.
Die Ministerpräsidenten der Länder hatten kürzlich beschlossen, dass von Januar 2013 an jeder der rund 39 Millionen Haushalte eine einheitliche Rundfunkabgabe zahlen muss – und zwar unabhängig davon, ob und wie viele Rundfunkgeräte es dann in einem Haushalt gibt. Damit verändert sich auch das Aufgabenprofil der GEZ. Die verwaltungsintensive und in der Bevölkerung umstrittene Erfassung von Radio- und Fernsehgeräten fällt dann weg.« Quelle: 7.7.2010, Artikel bei ftd.de lesen…
RTL-Vermarkter sucht neue Zielgruppe
»Sie ist die wichtigste Zielgruppe für die Werbeindustrie und dennoch kommen regelmäßig Zweifel auf, ob die Beschränkung auf Zuschauer im Alter von 14 bis 49 Jahren wirklich sinnvoll ist.
Die Festlegung auf 14- bis 49-Jährige als werberelevante Zielgruppe ist nicht unumstritten. Schon seit Jahren gibt es berechtigte Zweifel, ob die Fokussierung auf eine nur durch das Alter bestimmte Gruppe sinnvoll ist. Der jüngste Vorstoß in dieser Richtung kommt vom RTL-Vermarkter IP Deutschland. Der Vermarkter will die Altersgruppe ein wenig nach hinten verschieben und glaubt so, die Marktverhältnisse besser abbilden zu können. Jetzt soll alles an den Bedürfnissen der 20- bis 59-Jährigen gemessen werden.« Quelle: 7.7.2010, Artikel bei digitalfernsehen.de lesen…
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8.7.2010/jowi



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