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Neumond
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Der Mond ist gegenwärtig im Zeichen Waage
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Themen:

  1. Endlich: Ein Monitor für Bertelsmann! 29.6.2010
  2. Bundespräsident: Christian Wulff will Schloss Bellevue “zur Denkfabrik” machen 29.6.2010
  3. 175 Jahre Bertelsmann: Gute Zeiten – schlechte Zeiten? 29.6.2010, 1.7.2010
  4. Freiwild für Randomhouse oder “Wem gehört Lena?” 29.6.2010
  5. Mein RTL: RTL-Kritik live bei RTL 29.6.2010
  6. Bertelsmann/AOK Coproduction: Ein Ärzteportal für das Mittelmaß? 29.6.2010
  7. AOK-Arztnavigator: Manipulationen sind möglich 30.6.2010
  8. Bertelsmann Halbjahresbilanz: Das Geschäft brummt wieder 30.6.2010
  9. Personalie: Shobna Mohn verlässt Bertelsmann 29.6.2010
  10. Schließungen bei ARVATO: Der Letzte knipst das Licht aus… 1.7.2010
  11. Agendasetting: Bertelsmann-Stiftung und die frühkindliche Bildung 1.7.2010
  12. Liz Mohn erhält Bundesverdienstorden 2.7.2010
  13. 0815-Zertifikate für “Familienfreundliche Kommunen” 2.7.2010
  14. Europapolitik: Hauen und Stechen um den Europäischen auswärtigen Dienst (EAD), 2.7.2010

Kritik:

  1. Medien: Zur “Verjauchung” der ARD durch Bertelsmann
  2. Institut für Weltwirtschaft zeichnet Liz Mohn mit dem Weltwirtschaftspreis aus
  3. Arbeitspolitik: Was die Bertelsmann-Stiftung unter “Fachkräftemangel” versteht

Links:

TV-Sendungen:
  1. Wochenübersicht TV-Sendungen Bertelsmann-Bezug (teleboy.ch)
Umblättern:
  1. Bertelsmann-Monitor 2/10 vom 9. Juli 2010, darin:
    Frühkindliche Bildung oder “Tonnenideologie à la Bertelsmann”? – Bedarf an Kita-Plätzen steigt schneller als Angebot – Bertelsmann-Studie: das verschwiegene Ergebnis – Die Politik hat die Eltern unterschätzt – Bertelsmann-Stiftung: Nachhilfe ist ein Milliardengeschäft – Kommunalpolitik: Vorbildliche Pleite in Würzburg – Reinhard Mohn-Preis zu vergeben – Bertelsmann baut Buchclub-Geschäft in Spanien aus – Verlags-Übernahmen verharren auf niedrigem Niveau – Club Bertelsmann – Statt „Schnäppchenurlaub“ finanzieller Reinfall, und mehr…

Feedback:

  • Anregungen, Kritik, Artikel, Hinweise sind willkommen und erreichen gegen-stimmen.de am schnellsten per Kontaktformular

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Ein Monitor für Bertelsmann?

Wir stellen Ihnen heute die erste Ausgabe des Bertelsmann-Monitors vor: Ein kritischer Informationsdienst über das Geschehen in und um den Medienkonzern Bertelsmann, seine Branchentöchter RTL (TV/Rundfunk), ARVATO (IT-Allround-Dienstleister), Gruner+Jahr (Zeitschriften), Randomhouse (Buchverlage), die Inhaberfamilie Mohn sowie die von ihr administrierte Bertelsmann-Stiftung. Der Report soll fortan wenigstens einmal wöchentlich in diesem Blog veröffentlicht werden.

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Wulff will Schloss Bellevue “zur Denkfabrik” machen

»Für den Fall seiner Wahl machte Wulff eine Ankündigung: “Im neuen Amt “wird es um Anstöße zu großen Fragen unserer Zeit gehen wie die Bewältigung der demografischen Entwicklung, die Verhinderung einer Überforderung der jungen Generation sowie die Integration von Migranten”, sagte Wulff der “Bild am Sonntag”. Er würde Schloss Bellevue zu einer Denkfabrik für Deutschland machen.«

Ob Christian Wulff, der zu allem Überfluss auch noch Kuratoriumsmitglied der evangelikalen Sekte Prochrist ist, sich damit bei der gaucknahen Bertelsmann-Stiftung revanchieren will, geht aus dem Bericht der WELT vom 28.6.2010 leider nicht hervor…

Einblick in Wulffs Engagement für die Evangelikalen gibt jedoch ein Beitrag von Thierry Chervel (Perlentaucher.de)

»Wulffs christliches Engagement ist bereits letzte Woche im niedersächsischen Landtag diskutiert worden, ohne dass eine breitere Öffentlichkeit Notiz davon genommen hat. Vorgeworfen wurde ihm eine Rede vor dem Arbeitskreis Christlicher Publizisten (ACP) in Bad Gandersheim, einer Organisation, die laut Sektenbeauftragten der evangelischen Kirchen als fundamentalistische Splittergruppe “am äußersten rechten Rand des Protestantismus” (so NDRInfo) anzusehen ist. Anfragen von Abgeordneten wurden mit der lapidaren Ansage beschieden: “Der Ministerpräsident wird keine Veranstaltung von verfassungsfeindlichen Organisationen besuchen.”

Das reicht nicht aus. In der Sendung “Farbe bekennen” beschwor Christian Wulff “die Gefahr der Parallelgesellschaft, des Gegeneinanders, Gewalttätigen und Fundamentalistischen”, der er entgegentreten wolle. Mit den Evangelikalen, die sich selbst gern als “entschiedene Christen” bezeichnen, geht das nun gerade nicht. Sie wollen wie gesagt Gesetzen, die sie als göttlich ansehen, mehr folgen als den Menschen, “auch wenn uns diese Freiheit nicht zugestanden wird”. Wulff muss noch vor der Wahl in der Bundesversammlung aus dem Kuratorium von Prochrist austreten.« Quelle: 28.6.2010, Artikel bei Perlentaucher.de lesen…

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Gute Zeiten – schlechte Zeiten?

Dem angeblichen 175jährigen Firmenjubiläum von Bertelsmann widmet der Tagespiegel vom 27.6.2010 einen ausführlichen Bericht. Auszug:

»Bertelsmann – eine Zukunftsgeschichte? Kritiker wie der ehemalige RTL-Chef Helmut Thoma sehen durchaus weitere schwere Zeiten auf den Medienkonzern mit seinen diversen Sparten und Beteiligungen zukommen. „Gruner + Jahr hat im vergangenen Jahr erstmalig einen Verlust produziert.“ Es gebe Gerüchte im Markt, dass der Zeitschriftenverlag zum Verkauf stünde, was aber immer heftigst von Bertelsmann bestritten wird. Und Arvato, der Dienstleistungs- und Druckbereich, bringe sehr ordentliche Erträge, sei aber den konjunkturellen Einflüssen stark ausgesetzt und weise ein beschränktes Entwicklungspotenzial auf.« Quelle: 28.6.2010, Artikel bei tagesspiegel.de lesen…

Das Bertelsmann-Dossier des Nachrichtensenders n-tv stellt fest, Zitat:  »Nur wenige wissen das: Fast jeder Deutsche hat täglich mit Produkten aus dem Hause Bertelsmann zu tun. Bertelsmann versorgt mehr als 50 Länder mit Büchern, Zeitschriften, Fernsehen und Dienstleistungen. Man muss nicht Mitglied in dem bekannten Buchclub sein. Auch die Illustrierte “Stern”, das RTL-Fernsehen mit Sendungen wie “Deutschland sucht den Superstar”, Erfolgsbücher von Stieg Larsson oder Musikrechte an Elvis gehören zu dem Global Player aus Gütersloh. Sogar bei der Behörden- Auskunft 115 sitzen häufig Bertelsmann-Dienstleister am anderen Ende der Leitung. Am 1. Juli wird Europas führender Medienkonzern 175 Jahre alt. Große Geburtstagsfeiern sind geplant.«  Quelle: 1.7.2010, Artikel “Vom kleinen Verlag zu einem der größten Medienhäuser der Wel” bei n-tv.de lesen…

Nach dem Motto, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte widmet die Süddeutsche Zeitung dem Bertelsmann-Jubiläum am 2.7.2010 eine kommentierte Fotostrecke: “Im Prinzip Gütersloh”, ansehen bei Süddeutsche Zeitung …

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Freiwild für Randomhouse oder “Wem gehört Lena?”

Zu Lebzeiten seines 2001 verstorbenen Verlegers hat der Münchner Wilhelm Heyne-Verlag noch Geld verdient und Kulturgeschichte geschrieben. Als 0815-Label der Bertelsmann-Verlagstocher Randomhouse konzentriert sich Heyne heute neben dem Massengeschäft mit US-Bestsellern auf die gesammelten Werke von Dieter Bohlen und preiswert erworbene Erstlingsveröffentlichungen aus hauseigenen Schreibwettbewerben.

Hinzu kommt die Abteilung Trittbrettfahren und risikofreies Abschnorren populärer Themen bei Mitbewerbern, etwa eine Biografie der Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2010, Lena Meyer-Landrut. Deren Mentor und Rechteverwerter Stefan Raab (Brainpool-TV) empört sich und droht mit rechtlichen Gegenmaßnahmen:

»Am Erfolg von Lena Meyer-Landrut wollen viele teilhaben. Erste Bücher sind angekündigt, die vom Lena-Boom profitieren sollen. Offenbar zum Ärger der Produktionsfirmen Brainpool TV und Raab TV sowie von Meyer-Landrut selbst. Deshalb schrieb in deren Namen eine Kölner Anwaltskanzlei Verlage mit solchen Buchprojekten an. Unter anderem den Heyne-Verlag, der „Lena – Einfach raus und leben!“ angekündigt hatte. Raab TV sei Inhaberin „sämtlicher ausschließlicher Nutzungsrechte an dem Namen ,Lena Meyer-Landrut‘“, ließ die Kanzlei den Verlag wissen, und man werde selbst „in erheblichem Umfang eigene gleichgelagerte Produkte vertreiben“. Durch die Vorankündigung von Heyne werde jedoch „der unzutreffende Eindruck vermittelt, als bestehe eine Kooperation zwischen Ihnen und unserer Mandantschaft“. Man vermittle außerdem den unzutreffenden Eindruck, „über Insiderwissen bezüglich der künftigen Karriereplanung“ zu verfügen.« Quelle: 28.6.2010, “Stars: Wem gehört Lena?”, Spiegel 26/2010, S. 119.

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RTL-Kritik live bei RTL

RTL-Kritik  bei RTL

»Als am Donnerstagabend RTL live das Spiel Kamerun gegen die Niederlande zeigte und dazu aus Aachen das Rahmenprogramm mit Günther Jauch, Jürgen Klopp und viel Live-Publikum übertrug, war das für die Studenten Oliver und Sebastian die ideale Gelegenheit, mal kräftig Kritik zu üben – und zwar an RTL in RTL! Beide hielten in der Menschenmenge ein riesiges Plakat hoch, auf dem deutlich zu lesen stand: “HaRT(L)z IV TV – Gegen Niveaulosigkeit im Nachmittags-TV”. Und siehe da, RTL zeigte das Plakat tatsächlich gut leserlich während seiner Live-Übertragung.« Quelle: 28.6.2010, Artikel bei Fernsehkritik-TV lesen…

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AOK/Bertelsmann-Koproduktion: Ein Ärzteportal für das Mittelmaß

AOK-Patienten aus Hamburg können seit Ende Mai ihre Ärzte im Internet bewerten. Das Portal Arztnavigator hat die Krankenkasse zusammen mit Verbraucherorganisationen und der Bertelsmann-Stiftung entwickelt. Hamburg gehört mit Berlin und Thüringen zu den drei Pilotregionen, in denen die AOK dieses umstrittene Projekt testet, berichtet die TAZ:

»Seit die Kasse den Arztnavigator vor einem Jahr ankündigt hatte, gab es immer wieder heftige Kritik von ärztlichen Interessenverbänden. “Den besten Arzt werden Sie in diesem Portal nicht finden”, sagte etwa Michael Späth von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg. Der Erfolg einer medizinischen Behandlung hänge vor allem von der Interaktion zwischen Arzt und Patient ab. Aber genau das lässt sich nach Ansicht des Ärztefunktionärs “in einem Fragebogen nicht abbilden”.« Quelle: 28.6.2010, “Zensuren für Ärzte im Netz – Bewerte deinen Doktor!”, Artikel bei taz.de lesen…

AOK-Arztnavigator: Manipulationen sind möglich

»Das Arztbewertungsportal „AOK-Arztnavigator“ ist nicht so manipulationssicher wie von den Initiatoren dargestellt. Zu diesem Ergebnis kommt das Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin in seiner Juli-Ausgabe. Darin wird berichtet, dass sich Arztbewertungen mit den Daten verstorbener AOK-Mitglieder, mit den Daten von AOK-Musterkarten („Dummys“) und sogar mit ausgedachten Kennziffern vornehmen lassen. Das heißt auch: Mit geringem Aufwand kann jeder das Portal für AOK-Versicherte nutzen und Bewertungen manipulieren. Die Redaktion des KV-Blattes hat alle diese Beispiele nach eigenen Angaben ausprobiert.« Quelle: 30.6.2010, “Zensuren für Ärzte im Netz – Bewerte deinen Doktor!”, Artikel bei Deutsches Ärzteblatt lesen…

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Shobna Mohn verlässt Bertelsmann

Shobhna Mohn, Principal beim Risikokapitalfonds Bertelsmann Digital Media Investment (BDMI), verlässt den Medienkonzerns, berichtet das Medienmagazin kress.de Die aus Indien stammende Mathematikerin ist mit Christoph Mohn verheiratet, dem Sohn des Firmenpatriarchen Reinhard Mohn.

»Shobna Mohn wirkte seit 1996 bei Bertelsmann. Vor ihrem Wechsel zu BDMI, wo sie das Büro Gütersloh mit dem Fokus auf Beteiligungen in Europa leitete, verantwortete sie als Vice President Corporate Finance & Treasury die Abteilung Investor Relations für Finanzkommunikation. Nachfolger Shobna Mohns wird Jan Borgstädt, der seit 2006 bei Bertelsmann beschäftigt ist und vor einem Jahr zu BDMI stieß. Zu den Beteiligungen des Fonds gehören das Testberichte-Portal “Ala-Test”, die Shopping-Community “Buy VIP” und die Service-Plattform für Multiplayer-Spiele, “Exit Games”.« Quelle: 28.6.2010, Kress.de…

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Halbjahresbilanz: Bei Bertelsmann brummt das Geschäft wieder

»DÜSSELDORF. Bertelsmann verzeichnet ein überdurchschnittlich gutes erstes Halbjahr. “Wir sind nach sechs Monaten weiter auf sehr gutem Kurs”, sagte Konzernchef Hartmut Ostrowski heute in Köln.

Der ansonsten eher wenig euphorische Bertelsmann-Chef verbreitete heute Zuversicht. “Mich stimmt die derzeitige Entwicklung sehr optimistisch”, sagte der 52-Jährige. “Wir sollten als Branche deshalb endlich aufhören, an uns zu zweifeln.” Ostrowski zitierte das alte ostwestfälische Sprichwort “Es sind nicht alle krank, die Ach und Wehe schreien”, um den Zugang der Branche zu beschreiben. Genaue Zahlen zum ersten Halbjahr nannte der Manager aber nicht. Bertelsmann wird seine Bilanz erst am 31. August veröffentlichen. Der Konzern feiert in diesem Jahr sein 175-jähriges Bestehen.« Quelle: 28.6.2010, Artikel im Handelsblatt lesen…

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Schließungen bei ARVATO:  Der Letzte knipst das Licht aus…

»Ich war schon 1987 bei Oppermann. 23 Jahre Arbeitsleben gehen heute zu Ende”, sagte Horst Schneider (50) und holte seine Sicherheitsschuhe aus dem Spind. Der Gabelstaplerfahrer und Lagerist gehörte zu den 20 Mitarbeitern, die bis zuletzt beim Bertelsmann-Logistikunternehmen Arvato Services Restaufträge abwickelten.

Gestern war Kehraus in den schon gespenstisch leeren Hochregalhallen. Der letzte Lkw mit Retourenware hatte am Dienstag den Hof verlassen, die Laufbänder der großen Kommissioniermaschinen war da schon abgebaut. Gestern packte auch die Restbelegschaft ihre Sachen ein. Tim Ole Eßlinger half seinem Vater Volker einen der nicht mehr benötigten und günstig ersteigerten Computer ins Auto zu verladen.« Quelle: 28.6.2010, Artikel bei Holsteinischer Courier lesen… Siehe hierzu auch gegen-stimmen vom 12.6.2010 Arvato/Bertelsmann: Billig übernehmen, auspressen, kündigen“.

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Agendasetting: Bertelsmann-Stiftung und die frühkindliche Bildung

Mehr Kinder unter drei sollen in die Kita – Bertelsmann-Studie und Anmeldungen aus Ländern und Gemeinden zeigen wachsenden Bedarf an frühkindlicher Bildung auf, berichtet der Informationsdienst zwd.de vom 1.7.2010

»Eine Verständigung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden über den tatsächlichen Betreuungsbedarf für Kinder unter drei Jahren hat die Stellvertretende SPD-Vorsitzende und Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, verlangt. Mit Verweis auf die Bertelsmann-Studie zur frühkindlichen Bildung hielt die SPD-Politikerin Bundesfamilienministerin Kristina Schröder vor, durch Schönreden der Betreuungssituation ihr tatsächliches Nichtstun zu kaschieren.« Quelle: 1.7.2010 , Artikel zwd.info lesen… .

Der Bedarf an Kita-Plätzen steigt schneller als Angebot, befindet die Süddeutsche Zeitung vom 1.7.2010:  »…Schon jetzt haben viele Städte und Gemeinden im Westen das vereinbarte Ziel fast aufgegeben, bis 2013 für rund 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Kita-Platz zu schaffen. Doch nun untermauert eine Studie der Bertelsmann Stiftung, was die Kommunen schon lange befürchten: Selbst die 35-Prozent-Marke ist viel zu niedrig gegriffen, der Bedarf absehbar deutlich höher.

“Die Zielmarke tatsächlich fristgerecht umzusetzen, wäre schon eine gute Sache”, sagte Anette Stein von der Bertelsmann Stiftung am Montag. “Wer aber glaubt, er wäre damit durch, der irrt.”  2009 gab es der Studie zufolge Kita-Plätze für gut 20 Prozent der unter Dreijährigen. Vier Jahre zuvor waren es nur etwas über 13 Prozent. Durchschnittlich 20 Prozent der Einjährigen (2006: 11,6 Prozent) und knapp 39 Prozent (2006: 26,6 Prozent) der Zweijährigen wurden 2009 in Kindertagesstätten oder Tagespflege betreut.« Quelle: 1.7.2010 , Meldung bei Newsticker Süddeutsche Zeitung lesen…

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Liz Mohn erhält Bundesverdienstorden

»Die Erbin des Medien-Konzerns Bertelsmann, Liz Mohn, hat für ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Die 69- jährige nutze ihre öffentliche Präsenz unermüdlich, um Spenden für Hilfsbedürftige einzuwerben, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) am Donnerstag bei der Ordensverleihung in Düsseldorf.« Quelle: 2.7.2010 , Newsticker bild.de

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0815-Zertifikate für “Familienfreundliche Kommunen”

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers hat am heutigen Donnerstag in Düsseldorf acht nordrhein-westfälischen Kommunen das Zertifikat des Audits familiengerechte Kommune überreicht, berichtet das Info-Magazin Köln Nachrichten. Auszug:

»Die Initiative zu dieser Zertifizierung kam von NRW-Familienminister Armin Laschet. Zusammen mit der Bertelsmann Stiftung und der berufundfamilie gGmbH wurden das Auditverfahren entwickelt. Die drei Träger möchten damit einen Beitrag zur Familiengerechtigkeit im Land leisten. „Bemerkenswert ist, dass auch die Kommunen, die sich in einer prekären demographischen und finanziellen Situation befinden, sehr konkrete Verbesserungen für die Familien erzielen konnten. Das zeigt, dass unser Audit nicht nur für wohlhabende Kommunen ein Instrument der Standortsicherung ist. Auch für notleidende Kommunen kann es ein wirksamer Hebel sein, zweifellos vorhandene Potenziale zu entdecken und zu aktivieren”, erklärte Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Die Auditierung benötigt etwa zwölf Monate und endet im Erfolgsfall mit der Zertifizierung als “Familiengerechte Kommune”. Das Instrument unterstützt Bürgermeister und Gemeinderäte dabei, die Eigenkräfte und Problemlösungspotenziale ihrer kommunalen Verantwortungsgemeinschaft auszuschöpfen. “Gemeinsam mit den Projektpartnern ist es uns gelungen, die guten Erfahrungen, die berufundfamilie seit über zwölf Jahren mit dem audit berufundfamilie macht, auf die spezifische Situation von Kommunen zu übertragen. Und zwar so, dass die Betroffenen – Kinder, Jugendliche, Eltern und Ältere – ganz konkrete Verbesserungen ihrer Lebenssituation spüren können”, sagte Prof. Dr. Björn Bloching, Aufsichtsratsvorsitzender der berufundfamilie gGmbH.« Quelle: 2.7.2010 , “Acht Zertifikate für familienfreundliche Kommunen”, Artikel bei Köln Nachrichten lesen…

Anmerkung: Wie sich die hier explizit angesprochene Zielgruppe “Kommunen, die sich in einer prekären demographischen und finanziellen Situation befinden” von der Bertelsmann-Stiftung und ihren Beratern penetrieren und hinters Licht führen lassen, veranschaulicht der Beitrag von Werner Rügemer “Klamme Kassen: Berater-Wirtschaft in „Bertelsheim” vom 26. Oktober 2009. /jowi

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Hauen und Stechen um den Europäischen auswärtigen Dienst (EAD)

»Angenommen, Präsident Obama muss dringend Europa sprechen, wen ruft er an? Schon Henry Kissinger hat sich als amerikanischer Außenminister vor 30 Jahren darüber den Kopf zerbrochen. Die neueste Antwort stammt vom finnischen Chefdiplomaten Alexander Stubb. Sie geht so: Am anderen Ende meldet sich ein Anrufbeantworter, der Präsident hat den Zeitunterschied vergessen. „Guten Abend, sie haben die Europäische Union erreicht. Hier spricht Herman Van Rompuy“, sagt die Stimme auf dem Band und fährt fort: „Wir haben für heute geschlossen. Bitte wählen Sie eine der folgenden Optionen: Drücken Sie eins für die französische Sichtweise, zwei für die deutsche, drei für die britische …“

Doch von Humor und Aufbruchsstimmung kann in Sachen europäische Außenpoltik derzeit kaum die Rede sein, so der Rheinische Merkur. Zitat:

„Unsere Moral ist ziemlich am Tiefpunkt“, verrät ein Brüsseler Spitzenbeamter, der an den Vorbereitungen beteiligt war. Stefani Weiss, die die Bertelsmann-Stiftung in der europäischen Hauptstadt vertritt, bezeichnet den EAD als „Mogelpackung, die überspielt, dass sich die Mitgliedsstaaten auch bei Lissabon nicht dazu durchringen konnten, die Außen- und Sicherheitspolitik zu einer Gemeinschaftsaufgabe zu machen“. Auch Annegret Bendiek von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zieht ein ernüchterndes Fazit: „Der neue Dienst bildet die Widersprüche der europäischen Außenpolitik ab, statt sie aufzuheben.“

Es ist vor allem das Konkurrenzverhältnis zwischen EAD und Kommission, an dem sich Fachleute stören. Ursprünglich sollte die strategische Planung des außenpolitischen Handelns komplett auf die neue Behörde übertragen werden, der Kommission wäre die Umsetzung von Programmen geblieben. Der institutionelle Kompromiss, den Ashton mit den Mitgliedsstaaten, Kommissionschef José Barroso und dem Europäischen Parlament ausgehandelt hat, billigt ihr aber nur mehr die „übergreifende politische Koordinierung“ zu. Die meisten Haushaltslinien bleiben in der Verantwortung der Kommission, von den Entwicklungshilfefonds bis zu den Nachbarschafts- und Partnerschaftsprogrammen.

Deshalb wechseln auch deutlich weniger Beamte die Seiten, als vor einem Jahr erwartet worden war. Im neuen EAD, der am 1. Dezember die Arbeit aufnehmen soll, werden 1800 Personen arbeiten, davon 1100 aus der Kommission, 600 aus dem Sekretariat des Ministerrats (dem der EU-Chefdiplomat bisher zugeordnet war), 100 Stellen werden neu geschaffen. Hinzu kommen etwa 5000 Mitarbeiter in den Delegationen, die die Union in 135 Drittstaaten unterhält. Diese Mitarbeiter werden aus dem Kommissionsbudget bezahlt, unterliegen aber der Weisung durch die Außenvertreterin.« Quelle: 2.7.2010 , “EUROPA: Hauen und Stechen.  Die Außenpolitik der Union wird mit ihrem diplomatischen Dienst zwar transparenter, aber nicht kohärenter.” Beitrag von Thomas Gutschker im Rheinischen Merkur lesen…

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BM 1/2010 vom 28.6.2010/jowi

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1 Kommentar zu „Bertelsmann-Monitor 1/10“

  • Gabriela sagt:

    Gegenmeinung zu Wulffs Denkfabrik

    Hallo, ich beteiligte mich im Gedankenaustausch zu Bertelsmann noch nicht, betrieb separat zu Euch Recherchen und Aufklärungsarbeit zum Konzern Bertelsmann. Das mit Wulff kann ich nicht echt einschätzen, muss nicht durch Bertelsmann gefärbt sein. Da ein Teil meiner Emails und Telefonate definitiv vom Verfassungsschutz Niedersachsen gelesen und abgehört werden, sind sie bestens über die Gefahren von Bertelsmann informiert, das Gauck von Bertelsmann als Bundespräsident hochgeputscht wurde, sowie die Gefahren von Rassismus, die mit bestimmmten Medienbildern entstehen. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass Wulff diese Infos besitzt und hoffentlich positiv für die Politik nutzt.

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