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News und aktuelle Meldungen (28.7.)

Soziales/Hartz-IV

  1. Hartz IV Jobcenter bestrafen Frauen seltener
  2. Junge Menschen werden besonders häufig sanktioniert
  3. Hartz-IV: Discounter und Transferleistungen
  4. Ferienjobs: Wie viel dürfen Schüler dazuverdienen?
  5. Frankfurt: Mehr als 200 Mietern droht Räumung
  6. Hartz IV – jetzt für alle
  7. Mindestlohn: Kräfteverhältnisse am Arbeitsmarkt ausgleichen
  8. Bildstrecke: Diese Jobs bringen weniger als Hartz-IV
  9. Arbeit in Pflegeberufen:
    Interessant, hoch belastend und oft schlecht bezahlt 
  10. Dumpinglöhne im Hotel – Wie Zimmermädchen ausgebeutet werden
  11. Obdachlosen-Tafeln: Fiskus greift sich Lebensmittel-Spender
  12. Quote ist alles: Helena Fürst, die “Anwältin der Armen”
  13. EU lässt Blinde im Regen stehen
  14. Zwangspsychiatrie: Schwarze Karte für Ministerin Altpeter 
  15. Initiative Christy Schwundeck: Warum starb Ousman Sey
  16. Einführung einer Reichensteuer?

Recht/Urteile

  1. Angemessenheit der Unterkunftskosten
  2. Urteil des SG Mainz zu den KdU
  3. SG Oldenburg:
    Jobcenter verliert Verfahren um Wohnungseinrichtung
  4. LSG Baden-Württemberg
    zur “Kenntnis von der Sozialhilfebedürftigkeit”
  5. Hartz IV: Prozesskostenhilfe oder Sozialverband?
  6. Sozialrichter: Zu viele fehlerhafte Hartz IV Bescheide

Schlusslicht

  1. Konservatismus für Dummys
  2. Erklärungsversuch: Die Abschaffung
    der Geisteskrankheit mit den Mitteln der Hirnforschung
  3. Entwicklungshilfe endlich profitabel
  4. Wer darf noch nach Bayreuth…

Soziales/Hartz-IV

  1. Hartz IV:
    Jobcenter bestrafen Frauen seltener

    “Jobcenter kürzen bei Verstößen gegen Hartz-IV-Bestimmungen Frauen weitaus seltener das Arbeitslosengeld II als Männern. Männliche Hartz-IV-Bezieher werden fast doppelt so häufig sanktioniert wie Frauen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Vor allem Frauen mit Kindern würden fast nie von den Jobcentern mit Leistungskürzungen bestraft, wenn sie zum Beispiel eine zumutbare Arbeit ablehnen. In Familien, in denen beide Elternteile arbeitslos sind, konzentrierten sich die Vermittlungsbemühungen häufig auf den Mann. Entsprechend öfter würden bei Hartz-IV-Verstößen die Männer sanktioniert…”
    Quelle
    Frankfurter Rundschau sowie
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  2. Junge Menschen werden besonders häufig sanktioniert
    “[…] Besonders häufig werden junge Erwerbslose mit Sanktionen belegt. Um so älter ein Arbeitslosengeld II-Bezieher ist, um so seltener werden laut IAB Strafen ausgesprochen. […] Dass junge Menschen häufiger mit Sanktionen belegt werden, ist politisch gewollt. So müssen die Betroffenen laut SGB II, § 3 Absatz 2 „unverzüglich in Arbeit, Ausbildung oder einer Arbeitsgelegenheit vermittelt“ werden. Zudem wird eine sogenannte „Eingliederungsvereinbarung innerhalb von 3 Wochen (§ 15, SGB II) geschlossen“. Weil aber häufig nicht auf die Bedürfnisse der jungen Menschen in Sachen Berufs- und Ausbildungsperspektive eingegangen wird, sondern der Vermittlungsdruck hoch ist, werden die Betroffenen besonders häufig und sehr hart (sofortige 100 Prozent-Kürzung) sanktioniert…” Quelle: gegen-hartz.de
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  3. Hartz-IV: Discounter und Transferleistungen
    “Der Lebensmittel-Discount hat in Deutschland staatstragende Bedeutung. Die aus dem harten Wettbewerb der Unternehmen resultierenden Niedrigpreise sorgen dafür, dass man auch als Hartz-IV-Empfänger nicht an Hunger leiden muss. Aldi ist der Schöpfer dieses Systems und immer noch der Taktgeber, an dem sich alle anderen Unternehmen orientieren. Hätten die Albrecht-Brüder die Firma nicht erfunden, der Staat hätte es selber tun müssen, um sein Wohlfahrtsversprechen einzulösen. […]Vor wenigen Wochen hat das Kartellamt eine Untersuchung gestartet, die sich mit der Einkaufsmacht der großen Handelskonzerne beschäftigt. 200 Lebensmittel-Hersteller werden befragt. Dem Handelsblatt sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt: “Vor gut zehn Jahren teilten sich sieben Handelsunternehmen 70% des Marktes. Heute vereinen die vier größten 85% der Nachfrage auf sich.” Die vier größten, das sind Edeka, die Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland), Rewe sowie Aldi Nord und Aldi Süd… ”
    Quelle
    : Immobilien-Zeitung
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  4. Ferienjobs:
    Schüler können bis zu 1.200 Euro dazuverdienen

    “Sommer, Sonne , Sommerferien – Ferienjob. Wie Schüler ihre Ferien verbringen ist meist sehr vielfältig, sicher ist allerdings auch, dass viele die Zeit nutzen, um sich mit Ferienjobs das Taschengeld aufzubessern. Auch Kinder aus Hartz IV Familien sollen hier nicht schlechter gestellt werden und dürfen im Rahmen der Ferienjobs bis zu 1.200 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen. […] Grundsätzlich wird jedes Einkommen, welches in einer Hartz IV Bedarfsgemeinschaft erwirtschaftet wird, auf die Arbeitslosengeld II Leistungen angerechnet. An dieser Stelle macht der Gesetzgeber mit § 1 Abs. 4 der ALG II Verordnung eine Ausnahme: Schüler an allgemein- und berufsbildenden Schulen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und ausschließlich in den Schulferien einem Fereinjob nachgehen, können bis zu 1.200 Euro anrechnungsfrei…” Quelle: hartz-iv.info
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  5. Frankfurt: Mehr als 200 Mietern droht Räumung
    “Zwischen 200 und 300 Frankfurter werden wegen Mietschulden vom Sozialamt betreut; 94 Wohnungen wurden 2011 zwangsgeräumt. Was für manchen Mieter schwerwiegende Folgen hat – nicht alle betroffenen Wohnungen waren bewohnt -kann auch Vermieter in Schwierigkeiten bringen…” Quelle: moz.de
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  6. Hartz IV – jetzt für alle
    “Die EU soll an Deutschland genesen? An den unzähligen winzigen, befristeten Jobs, die Leute aus der Statistik holen und ins Prekariat stoßen? […] Mit den Hartz-Reformen ist in der Bundesrepublik 2002/2003 ein gravierender Paradigmenwechsel in der Arbeitsmarktpolitik eingeleitet worden. Kaschiert durch die eingängige Formel des “Förderns und Forderns” war die hauptsächliche Zielrichtung, den Druck auf Erwerbslose zu erhöhen, Arbeitsstellen mit niedrigerer Qualifikation, geringerem Einkommen und schlechteren Arbeitsbedingungen anzunehmen. Durch die zusätzlichen Kürzungen bei der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung sowie großzügigen Steuergeschenken wurden die Kosten für die Wirtschaft erheblich gesenkt. Die erwartete Gegenleistung von Investitionen und Arbeitsplätzen in der Bundesrepublik erwies sich als Trugschluss. Erst mit der Erholung der Weltkonjunktur nach 2006 sowie den Krisenjahren 2008/2009 profitierte die deutsche Wirtschaft von ihrem offensiven “Exportmodell”. Dies ging allerdings auch zu Lasten der Krisenländer im Euroraum. Die Überwindung des starken Wirtschaftseinbruchs 2009 um 5 Prozent ohne größere Einbrüche bei der Beschäftigung in der Bundesrepublik ist nicht durch “Hartz”, sondern durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit, anderen Formen der Arbeitsumverteilung sowie zwei Konjunkturprogramme mit dem “Renner” der Abwrackprämie für die Automobilkonjunktur geschafft worden…” Quelle: taz.de
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  7. Mindestlohn:
    Kräfteverhältnisse am Arbeitsmarkt ausgleichen

    “[…] Der Mindestlohn ist ein Instrument, das bei den Ergebnissen der Marktprozesse ansetzt. Die Kräfteverhältnisse am Markt werden durch ihn nicht geändert. Deshalb besteht die Gefahr, dass der Mindestlohn teilweise umgangen wird, indem schlecht bezahlte Beschäftigung in die Bereiche der Scheinselbstständigkeit, der Honorar- und Werkverträge oder der Schwarzarbeit verlagert wird […] Um dies zu verhindern sind nicht nur zusätzliche Kontrollen erforderlich. Notwendig ist es, die Verhandlungsposition der Arbeitskräfte insgesamt zu stärken. Dazu ist auch der Druck der Jobcenter auf die Erwerbslosen zu reduzieren. Ein wichtiges Mittel dafür ist die Abschaffung von Sanktionsdrohungen gegen Hartz IV-Bezieher/innen. Dadurch würden nicht erst die Marktergebnisse, sondern bereits die Kräfteverhältnisse am Markt verändert: Die Position der Arbeitskräfte würde insgesamt gestärkt – auf dem regulären Arbeitsmarkt ebenso wie in den Bereichen, die (wie die Scheinselbstständigkeit oder Honorarverträge) zur Umgehung von Arbeitsmarktregulierungen genutzt werden können…” Quelle: DGB sowie
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  8. Bildstrecke: Diese Jobs bringen weniger als Hartz-IV
    “Es gibt Arbeitnehmer, die regelmäßig arbeiten gehen, aber trotzdem weniger Geld zur Verfügung haben als beim Bezug von Hartz-IV. Beispiele in dieser Bildergalerie: Netto-Einkommen von Geringverdienern, verheiratet, zwei Kinder; Differenz zum Hartz-IV-Anspruch von 1653 Euro. Quelle: FAZ-Berechnungen…”
    Quelle: Augsburger Allgemeine sowie
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  9. Arbeit in Pflegeberufen:
    Interessant, hoch belastend, schlecht bezahlt

    “Beschäftigte in Pflegeberufen sind mit ihrer Arbeit zufrieden, aber sie empfinden sie als sehr stressig und auch körperlich erschöpfend. Mit der Bezahlung sind sie mehrheitlich nicht zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung, die auf einer Online-Befragung des LohnSpiegel von rund 3.550 Beschäftigten aus verschiedenen Berufen und Tätigkeitsbereichen in der Kranken- und Altenpflege basiert. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Prinzipien “Faire Löhne” und “Gute Arbeit” im Pflegesektor noch keineswegs zufriedenstellend umgesetzt sind,“ sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck…” Quelle: lohnspiegel.de sowie
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  10. Dumpinglöhne im Hotel – Wie Zimmermädchen ausgebeutet werden
    “…Der Teppich ist fleckig, im Ausguss sind Haare – eklig! Ein ordentliches Hotelzimmer darf so nicht aussehen. Wer im Hotel übernachtet, erwartet zu Recht ein sauber geputztes Zimmer. Diesen Anspruch haben auch die Hotelbetreiber, die die Zimmer oft von Drittfirmen reinigen lassen. Was allerdings weder Gäste, noch Hoteliers ahnen: Viele Zimmermädchen werden von diesen Firmen regelrecht ausgebeutet. Bertram von Boxberg, Caroline Walter und Gregor Witt haben den Skandal aufgedeckt…”
    Quelle: Magazin Kontraste vom 19.7.2012
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  11. Tafeln: Fiskus greift sich Lebensmittel-Spender
    “Bizarrer Streit mit dem Finanzamt: Ein Bäcker, der sein Brot an Bedürftige verteilte, anstatt es in den Müll zu werfen, musste plötzlich kräftig Steuern nachzahlen. Gehen den Obdachlosen-Tafeln jetzt die Brötchen aus? […] Roland Ermer bezeichnet sich als ehrlich und gesetzestreu. Als das Finanzamt bei ihm vor der Tür steht, muss der Bäcker aus Sachsen nichts fürchten – glaubt er zumindest. Was der Bäckermeister nicht wusste: Er hatte sich des Schwarzspendens schuldig gemacht. Von den Tonnen an altem Brot und trockenem Gebäck, die er Bedürftigen schenkt, will der Staat auch noch ein paar Brocken haben: Sachspenden an gemeinnützige Organisationen unterliegen der Umsatzsteuer – Paragraf 3 des Umsatzsteuergesetzes. Bemessungsgrundlage sind die Herstellungskosten der Brötchen, die das Finanzamt mit der Hälfte des Verkaufspreises angesetzt hat. Und weil Ermer schon jahrelang unversteuerte Geschenke gemacht hat, muss er rückwirkend zahlen: Das macht zusammen 5000 Euro…” Quelle: Spiegel Online
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  12. Quote ist alles: Helena Fürst, die “Anwältin der Armen”
    “Der Boulevardsender RTL (Bertelsmann) startet eine neue Sendestaffel der ehemaligen Sozialfahnderin Helena Fürst. Konnten die Fernsehzuschauer noch vor einigen Jahren quasi live miterleben, wie Hartz IV Beziehern Sozialbetrug unterstellt wurde, hat sich das Format nunmehr geändert. Nun tritt Frau Fürst als selbsternannte Anwältin auf, die unter dem Vorwand sich für die Gerechtigkeit von Hartz IV Betroffenen einzusetzen, den Zuschauern einen voyeuristischen Blick in das Leben von verarmten Haushalten gibt. […] Sebastian Bertram von der Redaktion gegen-hartz.de: „Wir können Betroffene nur warnen vor der Serie. Wer Hilfe benötigt sollte sich an eine unabhängige Sozialberatungsstelle wenden, einen Rechtsanwalt für Sozialrecht einschalten oder sich in kritischen Hartz IV Foren informieren…”
    Quelle:
    gegen-hartz.de
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  13. EU lässt Blinde im Regen stehen
    “Die EU tritt auf die Bremse, und das bei einem heiklen Thema. Seit Jahren gibt es Pläne für einen internationalen Vertrag, der das Urheberrecht zu Gunsten Blinder und Sehbehinderter lockern soll. Hauptanliegen ist, die Übertragung von Büchern und anderen Sprachinhalten in geeignete Formate für Blinde auch ohne Zustimmung der Rechteinhaber zu gestatten. Die EU sprach sich jetzt aber bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO), wo über den Vertrag verhandelt wird, in einer nichtöffentlichen Sitzung gegen diese Pläne aus…” Quelle: lawblog.de
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  14. Zwangspsychiatrie: Schwarze Karte für Ministerin Altpeter
    “Am 24.7.2012 besuchte Sozialministerin Katrin Altpeter eine Einweihungsfeier einer psychosomatischen Klinik in Emmendingen. Gegen die Politik von Frau Altpeter, einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung psychiatrischer Zwangsbehandlung in den Baden-Württemberger Landtag einbringen zu wollen, demonstrierten Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrieerfahrener Baden-Württemberg.
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    Am 23.3.2011 hatte das Bundesverfassungsgericht psychiatrische Zwangsbehandlung für verfassungswidrig erklärt. Später kassierte es auch §8 des Baden-Württemberger Unterbringungsgesetzes…” Quelle: Videoclip Youtube.com sowie “Zwang und Gewalt in Psychiatrie” SWR Landesschau v. 24.7.12

     

  15. Initiative Christy Schwundeck: Warum starb Ousman Sey
    Als Ousman Sey am Morgen des 7.Juli in Polizeigewahrsam in Dortmund zusammenbrach, hatte er sich bereits mehrere Stunden vergeblich um ärztliche Hilfe bemüht. Um 6:30 Uhr rief der aus Gambia stammende 45-Jährige erstmals den Notdienst, weil er sich sehr schlecht fühlte. Die herbeigerufenen Sanitäter konstatierten Herzrasen, fühlten sich aber nicht veranlasst, Ousman in ein Krankenhaus zu bringen. Um 7:00 Uhr dann trafen diese Sanitäter ein zweites Mail ein. Ousman krampfte mittlerweile, war panisch geworden und trotzdem (!) sahen die Sanitäter keine Veranlassung Ousman auch nur medizinisch zu behandeln! Stattdessen wurden nun die Polizei hinzugezogen, denn Ousman hatte in seiner Todesangst wohl eine Scheibe eingeschlagen. Die Polizisten führten den zweifachen Vater dann trotz entgegenlautenden Hinweisen einer Krankenschwester aus der Nachbarschaft in Handschellen(!) als ,Randalierer‘ ab. In polizeilicher Gewahrsam schließlich, brach Ousman zusammen und starb noch auf dem Weg in ein Krankenhaus. Wir fragen: Wie kann ein Mensch, der offensichtlich ärztliche Hilfe benötigt, in Handschellen (!) in Polizeigewahrsam gebracht werden? – Warum haben die Sanitäter trotz offensichtlich drohendem Herzinfarkt keine Anstalten unternommen, Ousman Sey in ärztliche Behandlung unterzubringen?…”
    Quelle
    : Initiative Christy Schwundeck
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  16. Einführung einer Reichensteuer?
    “Der Mitorganisator der Initiative «Appell Vermögender für eine Vermögensabgabe», Peter Vollmer, rechnet nach eigenen Worten mit einer baldigen Einführung einer Reichensteuer in Deutschland. Der Staat brauche Geld, und bei den unteren Schichten sei immer weniger zu holen. «Da bleiben nur noch wir», sagte der Berliner Millionär der «Saarbrücker Zeitung» . Eigentlich müssten Politiker ein schlechtes Gewissen haben, weil sie für eine Steuergesetzgebung gesorgt hätten, «die uns so reich sein lässt». Die Kluft zwischen Arm und Reich sei «unerträglich…” QuelleFocus 

Recht/Urteile

  1. Angemessenheit der Unterkunftskosten
    “Es muss für die Ermittlung der angemessenen Kosten der Unterkunft […] nachvollziehbar dargelegt werden, warum der angesetzte Quadratmeterpreis abstrakt angemessen ist […] Gemeinsam mit den Feststellungen zur angemessenen Wohnungsgröße und zum Vergleichsraum sind Festellungen zur Ermittlung der angemessenen Unterkunftskosten nach § 22 Abs 1 SGB II unerlässlich. […] Mit dieser Begründung hat das Bundessozialgericht in dem hier vorliegenden Fall auf die Revision des Beklagten das vorinstanzliche Urteil über die Höhe von Leistungen für Unterkunft und Heizung aufgehoben und den Rechtsstreit zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Landessozialgericht zurückverwiesen…”
    Quelle: hartzbote.de  sowie
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  2. Urteil des SG Mainz zu den KdU
    “§ 22 Abs. 1 SGB II genügt nicht den verfassungsrechtlichen Anforderungen an den Anspruch auf wirtschaftliche Grundsicherung, wie das BVerfG sie im Urteil vom 9.2.2010, 1 BvL 1/09 formuliert hat. Deshalb sind Kosten der Unterkunft, die nicht evident unangemessen hoch sind, stets als angemessen anzusehen. Das Urteil kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden: ..” Quelle: Runder-Tisch-Freiburg
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  3. SG Oldenburg: Jobcenter verliert Verfahren um Wohnungseinrichtung
    “…Das Jobcenter Friesland warf einer Frau vor, dass sie ihr Vermögen vorsätzlich aufgebraucht habe, um zielgerichtet Hilfebedürftigkeit herbeizuführen. Die gelernte Altenpflegehelferin war nach ihrer Scheidung aus dem Ruhrgebiet wieder in die Nähe der Eltern gezogen und hatte sich im Landkreis Friesland eine Wohnung weitgehend neu eingerichtet. Sie investierte insgesamt rund 6500 Euro aus zwei Lebensversicherungen. […] Dagegen erhob diese Klage und brachte vor, dass es ihr bei ihren Anschaffungen, eine Sitzgarnitur oder einen Kondenstrockner, einen Staubsauger, Matratzen oder einen Fernseher um haltbare und energiesparende Gegenstände gegangen sei. Darüber hinaus sei sie wegen ihrer gesundheitlichen Einschränkungen auf spezielle Ausstattungen angewiesen. Die 40-Jährige ist zu 80 Prozent schwerbehindert. […] Die Klägerin hatte zuvor nie Hartz IV beantragt. Inzwischen arbeitet sie trotz ihrer Behinderung halbtags als Reinigungskraft. Das Gericht […] gab der Klage statt…(Az: S46 AS 1382/11)” Quelle: NWZ Online
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  4. LSG Baden-Württemberg zur “Kenntnis von der Sozialhilfebedürftigkeit”
    “Wenn gegenüber dem Sozialhilfeträger erklärt wird, dass die erforderliche Hilfe die Familie des Antragstellers leistet, wird die Kenntnis des Sozialhilfeträgers, die nach § 18 Abs. 1 SGB XII Leistungsvoraussetzung ist, wieder beseitigt. Denn hiernach setzt die Sozialhilfe ein, sobald dem Träger der Sozialhilfe oder den von ihm beauftragten Stellen bekannt wird, dass die Voraussetzungen für die Leistung vorliegen…”
    Quelle
    rechtslupe.de
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  5. Hartz IV: Prozesskostenhilfe oder Sozialverband?
    “Viele Hartz IV-Betroffene sind Mitglied eines Sozialvereins, um auch in gerichtlichen Auseinandersetzungen mit den Jobcentern einen rechtlichen und finanziellen Rückhalt zu erfahren. Seit dem ersten März diesen Jahres hat beispielsweise der Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) gemäß seiner Leistungsordnung die Kostenbeteiligungen für außergerichtliche und gerichtliche Auseinandersetzungen erhöht. Diese Kosten fallen zusätzlich zu den regulären Viele Hartz IV-Betroffene sind Mitglied eines Sozialvereins, um auch in gerichtlichen Auseinandersetzungen mit den Jobcentern einen rechtlichen und finanziellen Rückhalt zu erfahren…” Quelle: gegen-hartz.de
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  6. Sozialrichter: Zu viele fehlerhafte Hartz IV Bescheide
    “Fehlerhafte Hartz IV Bescheide sind für deutsche Sozialgerichte ein Dauerbrenner. Landen die Verfahren meist früher oder später auf den Schreibtischen der Richter und sorgen dafür, dass zumindest Sozialrichter nicht über einen Mangel an Arbeit klagen können. Allerdings sorgt die Flut von Anträgen auch dafür, dass für andere Verfahren kaum noch Platz ist und sich die Entscheidungszeiträume über Jahre hinziehen könne…” Quelle: hartz-iv.info 

Schlusslicht

  1. Konservatismus für Dummys
    “Flüchtiges, anstrengungsloses Denken führt zu einer politisch konservativen Einstellung: […] Die politischen Konservativen werden es nicht gerne hören, was US-Psychologen herausgefunden haben wollen. Die These ist schlicht die, dass geringe Denkleistungen, die den Dingen nicht auf den Grund gehen, sondern an der Oberfläche stehen bleiben, Konservativismus produzieren sollen, der sich u.a. durch persönliche anstatt systemische oder gesellschaftliche Verantwortung, Akzeptanz von Hierarchien und die Vorliebe für den Status quo auszeichnet. Das würde bedeuten, dass Anhänger von konservativen Parteien eher zur Denkfaulheit neigen, aber auch, dass die konservative Politik entsprechend intellektuell bescheiden formuliert wird…”
    Quelle
    : Telepolis  sowie passend dazu:
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  2. Die Abschaffung der Geisteskrankheit mit den Mitteln der Hirnforschung
    “Innerhalb von zehn Jahren will eine Kampagne in den USA die “Krankheiten des Gehirns” besiegen – wozu für die Initiatoren ziemlich alles von Alzheimer bis zum Drogenmissbrauch gehört. Im Zentrum der Öffentlichkeitsarbeit von “One Mind for Research” stehen allerdings die Schwierigkeiten der heimgekehrten Kriegsveteranen. Hinter der Initiative stehen Teile der amerikanischen Pharmaindustrie – aber warum werden sie nicht ausgelacht?…” Quelle: Telepolis
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  3. Entwicklungshilfe endlich profitabel
    “Bundesentwicklungslandser Niebel hat einen genialen Coup gelandet: Einen Investmentfond hat er gegründet, gemeinsam mit der Deutschen Bank und der KfW. So kann man die Abhängigkeit der Ärmsten von Krediten noch an die Börse bringen. Man darf vermuten, dass der Hunger sie schon so weit disziplinieren wird, dass sie alles tun werden, um die “Hilfen” nicht zu riskieren. Vielleicht sind sie in ihrer Dankbarkeit ja auch bereit, zum Beispiel Bodenschätze zu übertragen, die sie eh nicht brauchen können. Solche Aussichten werden sicher mit den höchsten Ratings belohnt…” Quelle: feynsinn.org

 

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Quelle: TITANIC Satiremagazin

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28.7.2012/jowi