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Mediale Schleimspur führt von Gütersloh nach Mallorca

Liz Mohn

Während zwischen dem Gruner + Jahr-Blatt “stern” und der “Bunte” die Fetzen fliegen, buhlt die Burda-Illustrierte um die Gunst von Liz Mohn, Chefin des Bertelsmann-Konzerns, zu dem G+J mehrheitlich gehört.  “Patriarchin mit großem Herzen”, ist die Huldigung aus der Feder von Paul Sahner tituliert, und sechs Seiten lang. “Der Autor macht keinen Hehl daraus, wie er seine Rolle sieht:”, kommentiert Christian Meier im Medienmagazin kress.de, “Er kommt als Hofberichterstatter.”

Im Text heißt es: “Der Empfang in Gütersloh ist herzlich. Liz Mohn begrüßt den Bunte-Reporter freundschaftlich. Man kennt sich seit vielen Jahren.” Fünf Monate nach dem Tod ihres Mannes Reinhard Mohn sei sie “zum ersten Mal” bereit für ein persönliches Gespräch.

Was folgt, ist nichts weniger als die verdichtete Form eines Herzschmerzromans. In vollendeter “Bianca”-Poesie schreibt, nein, dichtet Sahner: “Sie war nach Mallorca geflogen. Früh um sieben stand sie auf. Sie wanderte. Genoss auf dem Gipfel die aufgehende Sonne, das majästetische Gleiten der Schwarzen Geier und Roten Milane.”
Auf dem Schreibtisch von Frau Mohn entdeckt Sahner in Silber gerahmte Fotografien von Menschen, “die ihr wichtig sind: Henry Kissinger, George Bush, Sonia Ghandi, Queen Elizabeth II., Angela Merkel, der alte und der neue Papst.”
Sahner beschreibt, wie Frau Mohn Frauenhäuser besucht und die Gütersloher Suppenküche. Ihre Glücksformel laute:  “Geben ist schöner als Nehmen.”

Wenn einst die “Frau im Spiegel” überaus freundliche Interviews mit Frau Mohn veröffentlichte, schien das halbwegs verschmerzbar zu sein, denn schließlich gehörte das Blatt vor dem Verkauf an die WAZ-Gruppe zu G+J. Doch wenn sich nun “Bunte” anschickt, ein dermaßen liebedienerisches Stück im Heft zu platzieren, könnte man – mit ausdrücklicher Betonung des Konjunktivs – auf Gedanken kommen. Sollte es sich etwa um eine kaum verhohlene Botschaft an den “stern” handeln? Der widmet sich bekanntermaßen gerade der Berliner Firma CMK, die im Auftrag von “Bunte” Polit-Prominenten hinterhergestiegen ist und sich dabei auch unlauterer Methoden bedient haben soll.”

Links und Quellen:

  • Artikel von von Christian Meier auf kress.de vom 3. März 2010
  • “Nachgeforscht: “Stern”, “Bunte”, CMK: Viele Fälle und neue Verdächtigungen” Artikel von Jetzt.de (Süddeutsche Zeitung) lesen…

4.3.2010/jowi

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Sozialstaatsdebatte

Sigmar  Gabriel: FDP ist eine “radikale Partei”

“SPD-Chef Sigmar Gabriel hat der FDP nach dem Streit um Hartz-IV-Leistungen vorgeworfen, eine „radikale Partei“ mit verfassungsfeindlichen Tendenzen zu sein. FDP-Chef Guido Westerwelle habe aus den Liberalen eine Partei gemacht, „der es völlig egal ist, ob sie gegen die Verfassung verstößt mit ihren Forderungen wie gerade beim Thema Sozialhilfe und Hartz IV“, sagte Gabriel der „Leipziger Volkszeitung“. „Er hat Leute in seiner Partei in Positionen gebracht, die sind jung, die sind gnadenlos, rücksichtslos und sie sind verfassungsfeindlich, in dem, was sie fordern.“ Westerwelle sei „ein populistischer Politiker, dem das Gemeinwohl egal ist“. Artikel bei welt.de lesen…

Hartz-IV-Debatte:  Über den Gehirnforscher Thilo Sarrazin

“Das Motto der Woche: Wer kalt duscht, hat mehr vom Leben. Urheber: Thilo Sarrazin, großer Sozialtheoretiker des 21. und 22.Jahrhunderts und Bundesbankvorstand auf Nebenerwerbsbasis. Diese kühne These des Sozialdemokraten hat hohe Wellen geschlagen. Weil sie mehrere Bereiche tangiert: Primär die Soziologie, sekundär die Ökologie und tertiär Dermatologie. Die öffentliche Diskussion hat aber die Reihenfolge verändert. Fortan heißt es: Vulgär die Soziologie, elitär die Ökologie und spektakulär die Demagogie.”  Artikel bei stern.de lesen…

4.3.2010/jowi

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Schrei-Therapie bei Sandra Maischberger

Sandra Maischbergers Versuch, aus Westerwelles Hartz-IV-Zitrone den letzten Saft für ihre Talkshow “Menschen bei Maischberger” heraus zu quetschen ist gründlich in die Hose gegangen. Dies sei nicht der Stil ihrer Sendung, rüffelte die Talk-Nanny Immobilien-Millionär Thomas Kramer ganz am Ende Sendung.

“Zum Glück hatte er sich nicht daran gehalten. Was die Zuschauer nämlich in den 75 Minuten zuvor erlebten, gehört zum Wahrhaftigsten, was in einer Talkshow seit langem passiert ist. Maischberger wollte mit der Frage „Wer sind die wahren Asozialen?“ den letzten verbliebenen Saft aus Westerwelles Hartz-IV-Zitrone quetschen. Doch ihre Gäste spielten nicht mit. Und sie vertraten Positionen, für die sie gar nicht eingeladen worden waren. Denn warum sind Talkshows meist so ärgerlich?” Schrei-Therapie! Kommentar von Philipp Lichterbeg bei Tagesspiegel de lesen…

Sendung verpasst? Link zur mediathek.daserste.de …

Lobbyist Wolfgang Henkel vs. Star-Unternehmer Wolfgang Grupp

Glaubt man den Ankündigungen einiger Diskussionsteilnehmer, so soll der mediale Reinfall Folgen haben: “Mit Wolfgang Grupp will er sich nicht mehr in eine Talk-Show setzen. Das hat jetzt Hans-Olaf Henkel bekannt. Seit der Sendung »Menschen bei Maischberger« am Dienstagabend ist wohl auch der Immobilienmogul Thomas Kramer dieser Meinung.
Hans-Olaf Henkel, der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) verriet in der »Leute«-Reihe des Südwestrundfunks, dass ihm der Trigema-Chef aus Burladingen in TV-Diskussionsrunden gestohlen bleiben kann. Grupp agiere rein populistisch, sein Plädoyer für ausschließliche Fertigung in Deutschland sei für die Exportnation unverantwortlich. Sagt Henkel.
Dabei werden Grupp und Henkel in Medienpublikationen doch in einem Atemzug genannt. Im Buch »Medienmenschen – wie man Wirklichkeit inszeniert« etwa tauchen beide auf. Grupp als »Der Tadellose«, Henkel als »Der Wahrsager«.”
Artikel von Lothar Held bei schwarzwaelder-bote.de weiterlesen…

4.3.2010/jowi

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Erdbeben in Chile verschiebt Polachse

“Die Erdbeben vor der chilenischen Küste sind im gesamten Pazifikraum gefürchtet, da sie neben den direkten Zerstörungen an Land auch gewaltige Tsunami-Wellen auslösen. Doch das letzte große Beben hat die gesamte Erde verändert. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa berichtete am Mittwoch, dass sich durch den Erdstoß mit der Stärke 8,8 die Erdachse um acht Zentimeter verschoben hat. Berechnet wurde die Verschiebung durch Nasa-Geophysiker Richard Gross vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, der zudem eine weitere erstaunliche Veränderung feststellte: “Das Chile-Erdbeben dürfte die Länge eines Erdentages um 1,26 Millionstel-Sekunden verkürzt haben.” Mit anderen Worten: Die Rotation der Erde hat sich geringfügig beschleunigt.” Artikel von Karl-Heinz Karisch in der Frankfurter Rundschau online lesen…
4-3-2010/jowi
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Rentenversicherung warnt vor Trickbetrügern

Die Deutsche Rentenversicherung Bund warnt vor Trickbetrügern. Sie versuchten mit gefälschten Schreiben, die nicht von der Behörde stammen, sensible Daten von Verbrauchern zu erlangen, teilte die Rentenversicherung in Berlin mit. Im Betreff der gefälschten Schreiben stehe „Überprüfung Versicherungskonto.”

Die Deutsche Rentenversicherung Bund warnt vor Trickbetrügern, die mit sich mit gefälschten Schreiben sensible Daten von Verbrauchern beschaffen wollen. Die Briefe trügen den Absender „DRVB, Ruhrstraße 12, 10709 Berlin, Ansprechpartner: Fr. Mey“, stammten aber nicht von der Behörde, erklärte die Rentenversicherung am Mittwoch in Berlin.
Als Betreff stehe im Schreiben „Überprüfung Versicherungskonto“. Die Angeschriebenen werden aufgefordert, ihre persönlichen Daten in einem beiliegenden Übersichtsblatt zu aktualisieren und an eine Adresse oder eine Faxnummer in Stuttgart zurückzusenden. Das dort aufgeführte „RV-Datencenter, Libanonstraße 84, 70186 Stuttgart“ sei keine Einrichtung oder Außenstelle der Deutschen Rentenversicherung, erklärte die Behörde. Sie warnte ausdrücklich vor der Beantwortung des Schreibens. „In allen Zweifelsfällen sollte der Rentenversicherungsträger vorher entsprechend befragt werden.“
Dazu gibt es das Servicetelefon 0800-1000-4800.
Quelle: focus/gxs/apn
4.3.2010/jowi
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Hartz IV: Lohndumping im Staatsauftrag

Jeder zehnte Hartz-IV-Aufstocker arbeitet im öffentlichen Dienst.

Nicht Lidl und Co., sondern der Staat ist der größte Lohndrücker im Lande.

„Die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst sind am Wochenende ohne ein wirklich befriedigendes Ergebnis für die Beschäftigten beendet worden. 1,15% Lohnsteigerung pro Jahr entsprechen noch nicht einmal dem Inflationsausgleich und sind de facto eine Reallohnkürzung. Doch viele Beschäftigte im öffentlichen Sektor wären bereits zufrieden, wenn sie überhaupt im Rahmen eines der Tarifverträge beschäftigt werden, die sich an den Löhnen im Öffentlichen Dienst orientieren…“ Artikel von Jens Berger auf Telepolis vom 02.03.2010 lesen…

2.3.2010/jowi

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Bundesverfassungsgericht kippt Vorratsdatenspeicherung

Ausgestaltung der Vorratsdatenspeicherung ist nicht verfassungsgemäß

“Für die Kläger war es, als säße in der roten Robe nicht Jürgen Papier, Vorsitzender Richter des ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts, sondern der Weihnachtsmann: Alles, was sie gehofft und sich gewünscht hatten, trat ein – die Vorratsdatenspeicherung, wie sie seit 2008 in Deutschland existiert hat, gibt es nicht mehr. “Verfassungswidrig”, “nichtig”, “unverzüglich zu löschen”, das waren die entscheidenden Worte

Keine höheren Hürden für die bisherige Praxis also, keine Anpassung der bestehenden Regeln, sondern es war die schärfste Sanktion, die das Bundesverfassungsgericht zur Verfügung hat. Und damit auch die härteste Kritik am Gesetzgeber, derer die Richter fähig sind.” Kommentar von K. Biermann bei Zeit.de lesen…

Die Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts zum Urteil vom 2. März 2010 – 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR 586/08 lesen…

Die Leitsätze zum Urteil lesen…

Nach Urteil: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung verlangt Aufhebung der Vorratsdatenspeicherung in ganz Europa

„Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen die Vorratsdatenspeicherung fordert der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung einen Stopp der flächendeckenden Überwachung in ganz Europa. “Die verdachtslose Erfassung vertraulicher Verbindungen und Bewegungen der gesamten Bevölkerung muss jetzt von der Politik schnellstens zurückgenommen werden”, fordert Florian Altherr vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. “Die Bundesregierung kann bei einem entsprechenden Vorstoß auf die Unterstützung vieler Staaten wie Österreich, Schweden und Rumänien zählen, die sich der Vorratsdatenspeicherung bis heute verweigern.” (…) Bis zu einem europaweiten politischen Stopp ruft der Arbeitskreis dazu auf, die Vorratsdatenspeicherung aktiv zu umgehen. Dies war schon vor dem heutigen Urteil einfach und legal möglich, zum Beispiel durch die Benutzung pseudonymer Prepaid-Karten für Mobiltelefone und Anonymisierungsdiensten im Internet. Tipps und Anbieter zur Umgehung der Verbindungsdatenerfassung finden sich auf vorratsdatenspeicherung.de. Ab heute sind zudem nicht nur Dienste in anderen Staaten ohne Umsetzungsgesetz von der Speicherpflicht befreit, sondern auch deutsche Anbieter.

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts stellt der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung die folgenden vier Forderungen an die Politik:

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Privatisierung: Hoheitsrechte an Billigfirmen outgesourct

Sicherheitskontrollen an Flughäfen sind in Hand von Billigfirmen.

Bei den Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Flughäfen wird massiv gespart. Genauer gesagt: Während die Technik aufgerüstet wird, werden die Sicherheitskontrollen an Billigfirmen ausgelagert. In der vergangene Woche zugestellten Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke bestätigt die Bundesregierung, daß nur knapp zehn Prozent des Personals von der Bundespolizei gestellt wird. Die Zahl bezieht sich auf 13 größere Flughäfen (außer München), bei denen Gepäck und Passagiere »im Auftrag« der Bundespolizei überprüft werden. Die Rede ist von den beiden Berliner Flughäfen sowie denen in Saarbrücken, Frankfurt a. M., Bremen, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Stuttgart, Düsseldorf, Dresden, Erfurt und Halle/Leipzig.Den 730 Beamten stehen 6260 private »Luftsicherheitsassistenten« zur Seite. An den anderen Flughäfen werden die Kontrollen im Auftrag der Länder durchgeführt.

Auf einen Bundespolizisten kommen neun private Angestellte. Artikel von Ulla Jelpke, zuerst erschienen in der jungen Welt vom 02.03.2010, auf der Webseite der Autorin lesen…

2.3.2010/jowi

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